Fahrzeugtechnik

Fahrzeugtechnische Innovationen im Bereich Connected Car (CC) nehmen in ihrer Bedeutung nachhaltig zu. Über 50 Prozent aller Neuerungen entfallen inzwischen auf diesen Bereich. Dazu zählen hauptsächlich Telematik, Sicherheitssysteme und Bedien- und Anzeigekonzepte. Zum Vergleich: Im Jahr 2006 waren es gerade mal 33 Prozent. Im abgelaufenen Jahr konnten 775 Connected-Car-Innovationen (2014: 613) und 103 relevante Dienstleistungen im Rahmen der Erhebung identifiziert und analysiert werden – ein neuer Höchststand.

Fakt ist: Die Hersteller entfalten diesbezüglich inzwischen eine enorme Innovationsdynamik, die im Jahr 2010 erstmals sichtbar einsetzte. Die zunehmende Digitalisierung hinterlässt, wie man also sehen kann, auch in der Automobilindustrie eindeutig ihre Spuren.

Mobilitätsdienstleistungen

Neben den fahrzeugtechnischen Neuerungen im CC-Bereich werden Dienstleistungskonzepte beziehungsweise vernetzte Service-Innovationen für die Automobilhersteller immer relevanter.

Das hängt mit dem Kundenwunsch nach einer „Mobility on Demand“ zusammen. 103 Mobilitätsdienstleistungen der Automobilhersteller konnten identifiziert werden, die sich auf 22 relevante Mobilitätsformen (Servicetypen) mit spezifischem Kundennutzen verteilen. Dazu gehört unter anderem der Bereich Carsharing oder Parken. Fest steht: Die Hersteller legen ihr Augenmerk vorwiegend auf Carsharing sowie Mobilitätsinformationen.

Häufig handelt es sich bei den verfügbaren Angeboten jedoch nur um Pilotprojekte, beispielsweise in einer ausgesuchten Stadt, so dass nur wenigen Kunden die Services zur Nutzung zur Verfügung stehen. Umfangreiche Mobilitätsdienstleistungen (inkl. Pilotprojekte) bieten momentan vor allem Daimler, BMW, Volkswagen, Ford und GM an.

Ländervergleich

Im Länder-Ranking der CCI-Studie erringen die Vereinigten Staaten mit annähernd 70 Prozentpunkten Platz eins – deutlich vor Deutschland, Japan und China. Die im Ranking folgenden Länder sind nahezu abgeschlagen.

Allerdings ist die durch insgesamt elf Indikatoren abgebildete Länderstärke sehr unterschiedlich auf die Connectivity-Dimensionen verteilt, woraus sich letztlich spezifische Kompetenzprofile ableiten lassen. Während die USA durch ein ausgeglichenes Verhältnis der Kernindikatoren glänzen, profitiert Deutschland – ähnlich wie Japan – von seiner mächtigen Automobilindustrie. China lebt wiederum von seiner Markt- und Digitalstärke.

Im Kampf der Akteure und Länder um künftige Wertschöpfungsanteile im Bereich Connected Car bieten die herausgearbeiteten Stärken-/Schwächeprofile somit wichtige Hinweise zu den strukturellen Ausgangsbedingungen und strategischen Ansatzpunkten. Für Deutschland heißt das auch, künftig nachhaltiger in eine digitale Stärke zu investieren, will man nicht Gefahr laufen, international an Boden zu verlieren.